BMW GS Trophy 2014 Kanada #2

München / Golden, Alberta. Nach beeindruckenden Leistungen in den ersten beiden Sonderprüfungen liegt Team Mittel- und Osteuropa (CEEU) bei der GS Trophy 2014 in Führung. Team Frankreich und Team Südafrika heften sich auf den Plätzen zwei und drei an ihre Fersen. 

An Tag eins dieses 1-wöchigen einmaligen Abenteuers konnten sich die 48 Fahrer und 16 Journalisten, die an dieser Trophy teilnehmen, ihre ersten richtigen Eindrücke von Kanada machen, während sie die Route direkt in die malerischen Rocky Mountains führte.

Schon um 6 Uhr ertönte der Weckruf, damit die Fahrer vor dem frühmorgendlichen Start noch genug Zeit hatten, die Zelte abzubauen, zu frühstücken, am Sicherheitsbriefing teilzunehmen und für die obligatorischen Teamfotos zu posieren. Die Temperatur betrug zwar so früh am Morgen nur zwei Grad, doch der klare, sonnige Himmel sorgte für gute Stimmung unter den Fahrern. Schon der erste, asphaltierte Streckenabschnitt gab ihnen einen Vorgeschmack auf die wilde Schönheit Albertas. Die Route führte an Orten mit interessant klingenden Namen vorbei wie „Widow-maker Creek“ und „Grizzly Creek“ und bot atemberaubende Blicke auf den Glacier Nationalpark. Die Fahrer passierten die Orte Canmore und Banff, bevor es auf einem Waldweg zur ersten Sonderprüfung mit dem treffenden Namen 'Broken Bridge', als „zerstörte Brücke“, ging.


Dabei mussten die drei Teammitglieder und der begleitende Journalist ihre vier GS Trophy Motorräder - eins nach dem anderen - über einen felsigen und flachen, aber reißenden Fluss und dann das schlammige Steilufer hinauf schleppen. Es war großartig zu sehen, wie sich der legendäre Spirit der GS Trophy schon jetzt zeigte: Die Teams unterstützten ihre „Gegner“ mit lauten Anfeuerungsrufen, bis alle Teams die erste Sonderprüfung gemeistert hatten.


Es dauerte mehrere Stunden, bis alle Teams ihre Motorräder auf die andere Seite des Flusses gebracht hatten. Dann ging es auf einem fantastischen Weg durch Kiefernwälder weiter bis zum Nachtlager im Ferienort Golden – wo sie eine weitere Sonderprüfung erwartete. Bei der Prüfung „goldene 8“ musste jedes Teammitglied beim Start zu einem langsamen Kurs in Form einer Acht einen Ball aufnehmen, der am Ende wieder in denselben Behälter zurückzulegen war. Wer den Motor abwürgte, mit dem Motorrad stürzte oder mit einem Fuß den Boden berührte, erhielt Punktabzüge. Der Druck war also groß, aber auch hier halfen die Teams einander und beklatschten die Leistungen der anderen.


Kurze Zeit später wurden die Tagesergebnisse bekannt gegeben und dann konnte das gesamte GS Trophy Team ein fabelhaftes Abendbuffet genießen. Im Anschluss daran stellte jedes Team sich und sein Land zwanglos in oft sehr lustigen Präsentationen vor. Die Eröffnungsetappe der International GS Trophy 2014 war definitiv ein großer Erfolg und in ihrem Biwak genossen die Teilnehmer noch bis spät in die Nacht den Sternenhimmel.


Der Tag gehörte jedoch dem Team Mittel- und Osteuropa, das sich dank seiner ausgezeichneten Teamstrategie bei der „zerstörten Brücke“ und seiner ausgefeilten Fahrtechnik in Führung bringen konnte. Mariusz Lowicki, Team Mittel- und Osteuropa, kommentierte: „Dies war erst der erste Tag, der Anfang des Wettbewerbs. Natürlich ist es schön, an der Spitze zu stehen. Wir wissen aber, dass noch sechs weitere Tage folgen. Auch wenn wir ihnen optimistisch entgegensehen, müssen wir uns doch immer auf den jeweils nächsten Tag konzentrieren. Wir wären natürlich überglücklich, wenn wir dieses Ergebnis bis zum letzten Tag halten könnten! Bei der „zerstörten Brücke“ entschieden wir uns, dass jeder Fahrer sich auf genau eine Sache konzentrieren sollte. Bei der „goldenen 8“ konnten wir die maximale Punktezahl einheimsen – ein tolles Ergebnis! Die heutige Etappe war spektakulär. Natur und Landschaft sind einfach atemberaubend. In Europa kann man zwar auch im Hochgebirge fahren, die kanadischen Berge sind aber noch weitgehend unberührt von jeglicher Zivilisation. Das hat uns einfach umgehauen.“

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