BMW GS Trophy 2014 Kanada #3

München / Christina Lake. Die raue Schönheit Kanadas konnten die talentierten GS Fahrer aus allen Teilen der Welt heute gar nicht besser erleben.

Der dritte Tag der GS Trophy 2014 bescherte ihnen ein 200 Kilometer Offroad-Abenteuer, reizvolle asphaltierte Gebirgspässe über 150 Kilometer und als Zugabe drei Sonderprüfungen: Zwei von ihnen ließen die Teilnehmer klatschnass werden.

Wie üblich begann der Tag in aller Frühe – mit dem Weckruf um 6 Uhr. Regen und Schlamm des gestrigen Tages wurden aber schnell zu einer fernen Erinnerung, denn die Frühaufsteher wurden von einem blauen Himmel und warmem Sonnenschein begrüßt. Nach rasanter Fahrt über eine 55 Kilometer lange, nach Ansicht vieler Fahrer „perfekte GS Straße“ stand die erste Sonderprüfung des Tages an – das Motorrad-Abschleppen.

Auf einer staubigen und steinigen Sandpiste musste ein Teamfahrer, der nur einen an den Fußrasten befestigten Spanngurt nutzen durfte, die GS seines Teamkollegen – natürlich bei abgestelltem Motor – über mehr als zwei Kilometer vom Start bis zum Ziel hinter sich herziehen. Wer anhielt oder stürzte, wurde unverzüglich mit Strafpunkten versehen. Die Zeit wurde erst gestoppt, nachdem beide Motorräder das Ziel erreicht hatten. Das Team, das es am schnellsten den Berg hinauf schaffte, wurde Tagessieger.

Klingt einfach? In Wirklichkeit aber kamen nur fünf Teams den Berg hinauf, ohne Strafpunkte zu kassieren. Sieger war Team Frankreich - mit über einer Minute Vorsprung.

Es folgte eine fantastische Fahrt über 60 Kilometer, bei der ein übereifriger Journalist zu scharf in die Kurve ging und eine Schlucht hinunterrutschte. Auch dieses Mal zeigte sich wieder, dass die Trophy von einem tollen Spirit geprägt ist: Retter aus verschiedenen Nationen setzten Gurte, Ratschen, rohe Kraft und einen Pick-up ein, um die GS wieder auf die Piste zurückzubefördern. Fahrer wie Motorrad blieben unversehrt und setzten nach kurzer ärztlicher Untersuchung und vielfachem Abklatschen mit anderen Teilnehmern die Tour fort.

Kurz darauf trafen die Teams an einer idyllisch Flussüberquerung zur Sonderprüfung „Water Bear“ („Wasserbär“) ein. Hier war ein Höchstmaß an Teamarbeit, körperlicher Anstrengung und Fahrkönnen gefragt: Die Teilnehmer mussten ihre GS über einen schnell fließenden Fluss voll glitschiger Felsen befördern. Ein Fahrer lenkte, während die anderen Teammitglieder die ganze Zeit Kontakt mit dem Motorrad halten mussten. Jedes Land hatte eine andere Vorstellung davon, wo das Wasser am seichtesten war. Dabei hatten die Teilnehmer einen Riesenspaß, denn auf der Jagd nach der schnellsten Zeit wurden sie nass bis auf die Haut. Gewinner der Sonderprüfung „Water Bear“ („Wasserbär“) war das Team Österreich/Schweiz.

Bis zur abschließenden Sonderprüfung waren noch weitere 185 Kilometer zurückzulegen - 115 Kilometer davon bestanden aus einer Offroad-Piste. Der schwierigste Abschnitt war ein als „schwarze Piste“ klassifizierter, äußerst schmaler Waldweg mit steilen Anstiegen auf losem Gestein, der manche Teilnehmer in Entsetzen stürzte und andere in Entzücken versetzte. Eine gewundene Piste führte schließlich bis zum Ufer des malerischen Lake Christina hinunter, dem angeblich wärmsten See Kanadas. Bei der „Paddleboard Challenge“ mussten die Teams vom Ufer aus ins Wasser sprinten, auf ihre Boards steigen und um eine Boje herum wieder zurück zum Ufer paddeln. Nach der mehrere hundert Kilometer langen, kräftezehrenden Fahrt war diese Sonderprüfung keine leichte Aufgabe. Sieger in der Schlacht um die Wasserhoheit war schließlich das Team Mittel- und Osteuropa.

Gesamttagessieger aber war aber Team Südafrika, das bei den drei Sonderprüfungen zwei Mal den vierten und einmal den zweiten Platz belegt hatte. Team-Fahrer Ruan de Lange: „Der heutige Tagessieg macht uns überglücklich! Unser Team-Journalist Stefan Boshoff war Teilnehmer der GS Trophy 2010. Er hatte uns erklärt, dass die erfolgreichste Strategie bei diesem Event darin besteht, in allen Aufgaben gleich bleibend gute Leistungen zu bringen. Das hat sich heute ausgezahlt und wir sind Team Mittel- und Osteuropa ganz dicht auf die Pelle gerückt. Jetzt müssen wir an den kommenden vier Tagen einfach so weitermachen!“

Der bisher härteste Tag klang mit Livemusik und einem Essen in der Gemeindehalle von Christina Lake aus, bei dem sich die Einwohner unglaublich gastfreundlich um die Bewirtung und Unterhaltung der GS Trophy Teilnehmer kümmerten. Der morgige Tag wird eine Reihe weiterer Sonderprüfungen und „lokaler“ Herausforderungen bringen, denn einige davon werden vor großem Publikum stattfinden. Alles darüber erfahren Sie morgen Vormittag auf www.gstrophy.com

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